Die trendigsten Baumfrisuren im Frühjahr 2017

Letztes Wochenende bin ich mit der Gartenschere ausgerückt. Und damit es euch mit euren Pflänzchen nicht so geht wie mir mit meiner Barbie, der ich mit zarten sieben Jahren einen Kurzhaarschnitt verpasst habe und mich gewundert habe warum nichts nachwächst, gebe ich euch einen kleinen Einblick wo jetzt im Vorfrühling geschnippelt wird und wo nicht.

Obstbäume

Meine Obstbäume sind letztes Jahr ziemlich wirr gewachsen. Der späte Frost im April und die darauf folgende Blattlausplage haben ihnen wohl zugesetzt. Mit dem Schnitt übertreibe ich es nicht, meine Bäumchen sind noch jung.  Spätfrost und Blattläuse haben dem Baum letztes Jahr zugesetzt
Ganz grob zusammengefasst ist folgendes zu beachten:
  • Nach innen wachsende Äste entfernen, damit die Krone nicht zu dicht wird und dadurch das Wachstum und die Reifemöglichkeiten der Früchte eingeschränkt werden. Auch muss später genügend Luft in der Krone zirkulieren können, sodass keine Fäulnis oder Krankheiten drohen.
  • Schnitt auf Astring, das heißt es wird nicht zu viel vom Ast stehen gelassen weil er sonst an dieser Stelle wieder austreibt; es wird aber auch nicht zu tief geschnitten um den Hauptast nicht zu verletzen.
  • Auf die Saftwaage der Leitäste achten, das heißt, dass man die beiden stärkeren Leitäste auf die gleiche Höhe zurückschneidet wie den schwächsten Leitast, damit die Krone schön gleichmäßig wächst.
  • Triebe etwa um ein Drittel kürzen
  • Dabei immer im Auge haben in welche Richtung die letzte Knospe deutet (sie soll nach außen oder oben gehen, da der Ast in diese Richtung weiter wachsen wird.
Wenn ihr vor der Aufgabe steht einen Baum zu schneiden, empfehle ich euch die Vielzahl an Youtube Videos und Tipps durch zu klicken. Man bekommt relativ schnell ein gutes Gefühl dafür was zu tun ist und findet Beispiele von Bäumen verschiedener Sorten und in vielen verschiedenen Lebenslagen.

Stauden

Viele Stauden sind über den Winter stehen geblieben und haben uns mit dem Anblick ihrer getrockneten Blüten über den Winter geholfen. Auch lieben die Vögel die Blütenstände von Fetthenne, Schafgarbe und Co. Diese werden nun eine Hand breit über dem Boden zurück geschnitten und wenn wir genau schauen sehen wir schon den einen oder anderen Neuaustrieb in den Startlöchern warten.

Gräser

Mein Zittergras sah aus wie einer von den Fraggles, und ich habe kurz überlegt ob ich alles so stehen lasse und ihm nur ’ne Sonnenbrille aufsetze.

Zittergras oder Fraggle

Habe ich dann aber doch nicht gemacht, sondern ihm einen Igelkopf verpasst.
Zittergras geschnitten
Die Gräser binden wir im Winter büschelweise zusammen, nicht weil sie kuscheln müssen um nicht zu erfrieren, sondern weil Schnee sie so nicht auseinander drücken kann und sich so die Feuchtigkeit nicht so im Wurzelbereich breit machen kann. Würde man schneiden, könnte an den Schnittflächen auch Fäulnis auftreten. Wenn man sich die wunderschönen, mit Raureif überzogenen Gräser in den winterlichen Gärten so ansieht, dann stellt sich die Frage sie frühzeitig abzuschnippeln ja ohnehin nicht mehr.
Jetzt im Frühjahr werden die Gräser eine Hand breit über dem Boden zurück geschnitten. Auf den Fotos seht ihr schon die vereinzelten grünen Halme, die sich durch den Fraggle schieben. Wenn wir jetzt zurückschneiden wächst das frische Gras nicht zu sehr in die alten vertrockneten Halme und wir haben schon bald einen frühlingshaft grünen Wuschelkopf. Das Zittergras mit seinen zarten, im Wind wippenden Blüten liebe ich – ihr werdet es bestimmt schon bald auf dem einen oder anderen Foto im Sommer entdecken können.
Auch dieser Lockenkopf wurde eingekürzt, und die schönen Blüten gemeinsam mit jenen der Fetthenne in eine Kanne gesteckt. Passt irgendwie noch zum Fasching, den wir diese Woche gefeiert haben :o)
Schöne Blütenstände im Winter
Fetthenne und Gräser in Vase

Sträucher

Hibiskus und Sommerflieder durften ebenfalls Gewicht verlieren. Sie werden ihre Blüten an den heurigen Ästen bilden und dürfen stark zurück geschnitten werden. Auch wenn mich das immer wieder Überwindung kostet. Endlich hat er eine halbwegs akzeptable Größe erreicht und dann muss ich Hand anlegen *heul* aber in Wahrheit fördert das den Neuaustrieb und Wuchs und er wird in diesem Sommer noch viel größer und stattlicher werden als noch im letzten Jahr. Der Pflanzenschnitt wird sich also bald lohnen!
Sommerflieder zurückgeschnitten
Doch nun ist Vorsicht geboten! Viele Sträucher bilden ihre Blüten an den Trieben des Vorjahres. Das berühmteste Beispiel dafür ist die Forsythie. Wenn ihr im Herbst oder jetzt im Frühjahr den Fehler begeht, ihr einen Kurzhaarschnitt zu verpassen wird sie euch schlichtweg keine Blüten schenken. Also erkundigt euch lieber im Vorhinein welches Exemplar ihr da in Begriff seid zu verkleinern. Ihr wisst doch was mit Barbie passiert ist! Hier seht ihr die Knospen der Forsythie. Erst kommen die Blüten, dann die Blätter.Forsythie blüht an den Trieben des Vorjahrs
Von den Rosen lasst ihr übrigens schön brav die Finger gell! Die kommen erst dran wenn die Forsythie blüht, um zu vermeiden, dass zu früh geschnittene Ast-Überbleibsel von Spätfrösten dahin gerafft werden.
Ach ja, seht nur wen ich bei meinem Garten-Rundgang noch angetroffen habe. Der erste kleine Winterling hat sich aus der Erde getraut. Der Vorfrühling ist da
Nun ist es also auch für mich offiziell: Hurra, der Vorfrühling ist da!
 

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*