Über das nach Hause kommen

Home is not a place, it’s a feeling! So stand es geschrieben, auf einem Schildchen in einer unserer Urlaubsunterkünfte. Unsere Gastgeber gaben sich tatsächlich alle Mühe, uns ein vorübergehendes zweites Zuhause zu bieten. Und  doch ist das zuhause sein oder nach Hause kommen  ein Gefühl, das man kaum mit Worten beschreiben kann. Doch wir wollen es natürlich versuchen, und vor allem sehen, was sich alles verändert hat!

Nach Hause kommen

Letzten Freitag habe ich nach  fast drei wunderschönen Wochen in Vietnam die Türschwelle zu unserer Wohnung wieder übertreten. Nach 25 Stunden auf den Beinen und dem Kälteschock nach dem Aussteigen aus dem Flieger war die Sehnsucht nach der Couch, inklusive Wolldecke, Kaffee und einer Kardinalschnitte von Hubert Auer schon fast ins Unermessliche gewachsen. Etwa so, als würde man schon ganz dringend auf’s Klo müssen und dann vor der Haustüre noch ewig den Schlüssel in der Handtasche nicht finden.

Seit der Abfahrt aus dem Hotel kreisen die Gedanken zum Thema ‚heim kommen‘ in meinem Kopf. Eine Mischung aus Neugierde (wie haben wohl die Pflanzen das spätwinterliche Intermezzo vertragen?), Angst (ist wohl alles in Ordnung? Hab ich tatsächlich nicht vergessen den Müll runter zu tragen bevor wir los gefahren sind?), die Vorfreude auf die Vertrautheit der Umgebung (und das Wissen, dass ich es schaffe im Dunkeln und  ohne das Licht aufzudrehen um 05:30 Uhr den Kater zu füttern wenn er wieder mal Terror macht, ohne wo dagegen zu laufen), und die Gedanken um die Ruhe, die uns erwartet und an die in den Millionenstädten Hanoi und Saigon nicht zu denken war.

Beim ersten Blick zur Türe hinein wurde schon klar: die Abwesenheit stärkt unsere Gabe die Dinge wieder aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen.

Die Wand könnte etwas Farbe vertragen. Oder einfach ein paar Bilder?

Die Couch sieht ja noch viel gemütlicher aus als ich sie in Erinnerung hatte!

Hey, cooler Tisch, und alles so stimmig, hier würde ich sofort einziehen (so ein Zufall aber auch! ;o)

Und der Blick aus dem Wohnzimmer in den Garten ließ mir kurz die Lade runter kippen. Ich hätte nicht gedacht, dass alles trotz der kühlen Temperaturen so explodieren würde.

Mir wurde also wieder einmal klar, dass diese Abwesenheit während des Urlaubs dazu beigetragen hat, die Dinge, die mir im Alltag selbstverständlich geworden sind aus einer gewissen Distanz auf eine neue Art und Weise zu betrachten und wieder zu schätzen zu wissen. Mit dem Vorsatz, diese Schätze auch in Zukunft und ohne dreiwöchige Abwesenheit wieder bewusster wahr zu nehmen, entführe ich euch nun in den Garten. Wie es wohl aussieht?

Gartenrundgang

Katzenminze, Phlox und Mohn haben das durcheinander Wachsen ohne Regeln zelebriert:

Katzenminze, Mohn, Phlox wachsen ohne Regeln

Die Küchenschelle sieht im verblühten Zustand mindestens gleich herzig aus wie in voller Blüte! Rund herum wachsen schon Funkie und Tulpen, und die ersten Blüten des Purpurglöckchens sieht man auch schon im Vordergrund.

Purpurglöckchen, Küchenschelle, Tulpen, und Funkie im Steingarten

Ups, Rasen mähen wäre wohl auch angesagt!

Rasen mähen wäre angesagt

Die Knospen der Pfingstrose sehen aus als würden sie gleich explodieren:

Pfingstrose bereit für die Explosion der Blüten

Die Kletterrose New Dawn genießt den Regen…

Die New Dawn genießt den Regen

Sie wächst auch heuer wieder ganz übermütig!

New Dawn mit Wachstumsschub

Lavendel und Vexiernelken liegen ihr zu Füßen …

Lavendel und Vexiernelken

Hier ist ein richtiges Kräuter-Kuddelmuddel heran gewachsen.

Kräuter-Kuddelmuddel

Die Hortensie Magical four Seasons wurde auch heuer wieder vom Frost dahin gerafft. Also muss ich wohl wieder auf Blüten verzichten :o( Der Bauernhortensie, die ein paar Meter daneben wächst, ist im Gegensatz dazu nichts anzumerken.

Wieder Frostopfer: Hortensie Magical four seasons

Die Heidelbeere blüht schon! Es ist ihr erstes Jahr und ich bin schon gespannt, ob sie noch einen Heidelbeer-Stock in unmittelbarer Umgebung braucht um Früchte zu tragen oder ob es ausreicht, dass unsere Nachbarn ein paar Heidelbeer-Pflanzen haben. Einzelgänger ist die Heidelbeere nämlich so gar keiner!

Heidelbeere blüht

Die Gladiolen sehen aus wie Wolkenkratzer die aus der Erde schießen.

Gladiolen schauen aus der Erde

Von der Funkie war vor drei Wochen noch nichts zu sehen!

Funkie

Am Frauenmantel spielt sich regelrecht ein Regentanz ab!

Regentanz am Frauenmantel

Ein paar Tulpen haben auch noch auf mich gewartet, hurra!

Ein paar Tulpen haben gewartet

In der andalusischen Ecke wuchert die Clematis schon los. Und ich muss erst ein Rankgerüst besorgen – oh oh!

Clematis im andalusischen Garten

Dank meiner lieben Nachbarn sind Salat, Kohlrabi und Erdbeeren gut geschützt unter dem Vlies versteckt!

Blick unter das Gartenvlies

Relativ spät im Herbst gepflanzt, konnte ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, was denn da so lieb blüht und musste tatsächlich mal meine Aufzeichnungen konsultieren! Blaukissen und Wanderphlox ziehen hier eine Show im Kleinformat ab.

Blaukissen und Wanderphlox

Unter der Hochstammrose herrscht ein ganz schönes Gedrängel. Wer wohl gewinnt?

Gedrängel unter der Hochstammrose

Man kann den Pflanzen regelrecht beim Wachsen zusehen und jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken! Nun mache ich mich aber wieder ans buddeln und zupfen, sodass ich bald wieder etwas Spannendes für euch zu berichten habe! Genießt euren Feiertag im Grünen!

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  • Hallo. Toller Beitrag. Schon komisch wenn man sein Heim wieder mit etwas Distanz sieht. Wie ein Fremder…als wäre alles neu. Kenn ich gut. Das mit dem Garten kenn ich halt leider nicht so

    • Liebe Nicole,
      vielen Dank! Ja genau, und jetzt habe ich noch viel mehr Ideen zum Gestalten und Einrichten als vorher :o)) So ein Zuhause ist ein Endlos-Projekt! Aber es ist auch schön wenn sich alles immer mit einem mit verändert.