Spaziergang durch den August-Garten

Nun ist es also tatsächlich passiert. Es ist bereits September, und ihr dachtet schon, ich hätte darauf vergessen euch auch in den sommerlichen August-Garten mit zu nehmen. Nun, die Arbeit hatte mich fest im Griff. Und ich habe beschlossen, anstatt euch gestresst durch den August-Garten zu schleifen, habt ihr es euch verdient einen genussvollen Rückblick auf die wunderschönen Sommertage im Garten zu genießen. Also dann, los geht’s!

Neuigkeiten auf der Terrasse

Wo sollen wir nur anfangen?

Ach ich weiß! Ich muss mich erstmal bedanken für all eure lieben Kommentare zu vergangenen Beiträgen! Ich freue mich immer unglaublich, wenn ich merke, dass ein Foto oder eine Geschichte euer Herz berührt. So hat Oli, mein wieder auferstandener Olivenbaum, einen regelrechten Fanclub gewonnen, der ihm die Daumen drückt und hofft, dass er sich vor dem ersten Frost dieses Jahres wieder gänzlich von seiner Totenstarre erholt hat. Nun seht ihn euch an und vergleicht diesen Halbstarken mit dem zarten Ding, das ihr im Juli-Spaziergang etwas mitleidig zur Kenntnis nehmen musstet:

Der Olivenbaum hat im letzten Monat ordentlich zugelegt

Dieser Patient kann also definitiv mal aus der Krankenstation entlassen werden. Meine Tomaten haben sich eigentlich auch gut entwickelt. Ich hatte nur leider noch nicht so viel Erfahrung mit den Tomatenstauden und so hatte ich einiges an Ernteeinbußen, weil ich die Blütenendfäule nicht rechtzeitig erkannt hatte. Aber ein schneller Instagram-Post der faulenden Tomate – und schwupps sind auch schon die Ratschläge der Community eingetrudelt. Ich habe schließlich den Rat befolgt, ein paar Esslöffel Urgesteinsmehl in die Erde zu mischen. Und tatsächlich: die Tomatenpflanze hat einen frischen Austrieb erlebt und die letzten Tomaten sind auch nicht erkrankt sondern wachsen und reifen gesund heran!

Die Tomate hat sich von der Blütenendfäule erholt

Im hintersten Winkel der Terrasse habe ich ein anderes Vorhaben in die Tat umgesetzt. Als wir vor einigen Jahren in der Provence geurlaubt haben, sind uns neben Lavendel und anderen sonnenliebenden Pflanzen in so manchem schattigen Eck verschiedenste Hortensien – in alte Fässer oder Kübel gepflanzt – aufgefallen. In Kombination mit den rustikalen Gefäßen geben sie ein unglaublich stimmiges Bild ab. Damit stand fest: ich brauche das auch! Nun habe ich zwar bei meinen Recherchen heraus gefunden, dass es nicht so einfach sein wird, die Hortensie im Pflanzgefäß über den Winter zu bringen, aber ich könnte sie zum Beispiel ja auch im späten Herbst noch in die Erde pflanzen, falls mich die Panik packt. Die Zinkwanne habe ich übrigens bei IKEA gefunden! Gepflanzt wird sie in Moorbeeterde, gemischt mit normaler Gartenerde. Der Standort sollte im Halbschatten liegen. Auch fühlt sie sich in dieser Ecke wohl, weil sie dort immer wieder einmal etwas angeregnet wird. Hortensien bevorzugen Regenwasser anstatt des kalkhaltigen Leitungswassers.

Hortensie in der Zinkwanne

Gemüse und Beeren

Auf dem letzten Foto sind die Beete und Sträucher ja schon im Hintergrund zu erkennen. Der Garten liefert derzeit laufend Nachschub. Kohlrabi, Zucchini, frische Beeren für’s Frühstück oder Vormittags-Joghurt… Und ja – all jene die mir auf Instagram folgen wissen es schon: ich habe heuer sogar Karotten zustande gebracht, hurra!

Kohlrabi aus dem eigenen Garten

Himbeeren täglich frisch für das Frühstücksmüsli gepflückt

Heidelbeeren vom Strauch

Brombeeren werden reif

Ich habe nur einen Brombeerstrauch, einen Himbeerstrauch, einen Ribisel- und einen Heidelbeerstrauch. Aber derzeit liefern die Sträucher täglich so viel Nachschub, dass ich immer wieder ein paar Beeren einfriere, damit mir nicht die Vögel zuvor kommen und die reifen Beeren von den Sträuchern klauen. Beispielsweise habe ich mir schon genügend Brombeeren zur Seite gerettet und eingefroren, um hoffentlich bald das tolle Rezept für Brombeer Panna-Cotta Tartellettes von Claudias Blog What bakes me smile auszuprobieren. Falls ihr mir zuvor kommt, müsst ihr mir unbedingt schreiben wie sie geworden sind.

Dahlien-Segen

Also wenn ihr jetzt gleich ein- und dieselbe Dahlienpflanze immer wieder aus verschiedenen Perspektiven ansehen müsst, dann müsst ihr mir verzeihen und Verständnis haben. Denn es ist einfach ein Traum, wie die Dahlien blühen. Eine Pflanze bringt verschiedene Blütenschattierungen hervor, und ich schneide immer fleißig Verblühtes ab und sichere mir ein paar Blüten für die Vase. So schieben die Dahlien auch fleißig neue Blüten nach und blühen unermüdlich. Dazwischen und daneben blühen Hibiskus, Ringelblumen, Zinnien, Kräuter, … ach seht doch selbst:

Die Dahlien haben den Hibiskus größenmäßig überholt

Hang zum Grünen - Blick in die Tiefe

Pompom Dahlie

Dahlien in lila

Dahlien in violett

Dahlien in violett und weiß

Dahlienbeet

Dahlien, Zinnien und Kräuter

Diese bunte Mischung ist entstanden, aus Dahlienknollen die ich im Gartencenter einzeln gekauft habe und … einem Überraschungspaket. Letzteres gab es bei Margrit de Colles Frühlingsfest bei Vom Hügel zu kaufen. Die Idee, viele verschiedene Knollen zu pflanzen, ohne eine Ahnung zu haben welche Farben und Blütenformen sie haben werden hat mich sofort begeistert! Und falls ihr euch über die Schnüre wundert, die immer wieder einmal quer durch das Bild verlaufen: nicht die Schnecken oder das Unkraut sind der größte Feind meiner Pflanzen. Sondern oft ich selbst. So habe ich wieder einmal voller Ungeduld und Wut auf diese Ackerwinden, die sich überall hochschlängeln an einem Ende der Winde angezogen und rrrraaatsch – ist mir die ganze Dahlienpflanze entgegen gekippt. Ich konnte sie aber so weit wieder stabil befestigen, dass die schönen Blüten nicht verloren waren.

Das hier ist meine Mehrparteien-Dahlie, wo die Insekten aus den verschiedenen Stockwerken schauen :o)

Mehrparteien-Dahlie

Ab und den Hang hinunter!

Aber nun lasst uns die Runde noch fertig drehen! Für das Beitragsbild ganz oben bin ich wieder einmal das Nachbars-Stiegenhaus hinauf gegangen um euch eine Aufnahme aus der Vogelperspektive zu zeigen. Unglaublich was sich hier in den letzten 3 Jahren alles verändert hat. Hier noch einmal Fotos um den Überblick zu behalten!

Hang zum Grünen

Hang zum Grünen im August

Ganz links neben der Mauer seht ihr mein ‚Gratis-Beet‘. Hier habe ich nur gepflanzt, was sich an anderen Stellen im Garten von selbst vermehrt hat. Hauptsächlich waren das Katzenminze, rote Spornblume, Wollziest und Vexiernelke. Mein weißer Storchschnabel vermehrt sich über Rhizome unterirdisch und überall kommen neue kleine Pflänzchen aus dem Boden. Diese kann man auch ausreißen bzw. ein Stück von der Wurzel ausgraben und an einer anderen Stelle wieder einsetzen. Die meisten Pflanzen haben die Umsiedelung gut überstanden und treiben bereits frisch aus.

Und weil gerade von frischem Austrieb die Rede ist: diesen Salbei habe ich aus einem Steckling gezogen. Ich habe also einfach einen frischen Austrieb meines Salbeis abgezwickt, die unteren Blätter entfernt und im Herbst in die Erde gesteckt. Und das ist in nicht einmal einem Jahr daraus geworden:

Salbei aus Steckling gezogen

Ich habe bereits einige Büschel Salbeizweige zum Trocknen aufgehängt, und dem Salbeistock ist nicht anzumerken, dass ich ihm so viele Zweige abgeschnitten habe.

Und nun beenden wir unseren Rundgang mit der wunderschönen Kombi aus der Rose Red Leonardo da Vinci und der Sonnenbraut. Darunter seht ihr die Samenstände der Staudenclematis, die auf Bodenniveau dahin wuchert.

Sonnenbraut und Rose Red Leonardo da Vinci

Samenstände der Staudenclematis

HerbstanemoneUnd was hat sich da zu guter Letzt rein geschwindelt?

Nun sagt, wer hat Angst vor dem H*****-Wort?

Die ersten Herbstanemonen blühen. Bei diesem Anblick muss man doch keine Angst vor der nahenden nächsten Jahreszeit haben oder? Gestern habe ich schon die ersten Blüten der Herbstastern entdeckt, die Äpfel werden langsam reif … Also ich freue mich unglaublich, dass wir einen so abwechslungsreichen Jahreskreis erleben dürfen! Worauf freut ihr euch, wenn ihr an den Herbst denkt?

Lebt euren Hang zum Grünen!

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