DIY-Anleitung für einfache Gartenstufen

 

Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr Niveauunterschiede im Garten gestalterisch umsetzen könnt. In vielen Fällen reicht es auch einen Weg mit Rindenmulch oder Kies anzulegen, wenn die Steigung nicht zu stark ist. Wir haben heuer erstmals versucht selbst Stufen zu bauen. Auch wenn es uns gut gefallen hätte die Stufen aus Klinkersteinen zu mauern, war uns dann doch der Materialeinsatz zu hoch und wir haben Holzrahmen gebaut, übereinander fixiert und mit Erde und Kies befüllt. Seht selbst!

Vor den Stufen war der Hang…

Schon spannend,… in meinen ersten Gartel-Monaten in Hanglage hatte ich allen Respekt vor der Hangneigung und bin brav in Wanderschuhen mit Vibram-Sohle, langer Jeanshose, Gartenhandschuhen und Co. ausgerückt. Kein halbes Jahr später ist die Gewohnheit eingekehrt und ähnliche Arbeiten wurden in Flip-Flops und Bikini erledigt.

Nun ja, bis halt der Zeitpunkt kam, als ich plötzlich das Gleichgewicht verlor und reflexartig nach dem nächsten Zweig griff um mich festzuhalten.

Wusstet ihr, dass sich eine historische Rose ganz schön tief in eure Handoberfläche graben kann? Aber es war ein fairer Kampf – meine wunderbar duftende Rose de Resht hat bei meinem Sturz auch einiges abbekommen. Nun, jedenfalls bringen einen solche Ereignisse auf den Gedanken, dass es nicht so blöd wäre die unterschiedlichen Ebenen im Garten sinnvoll und wo geht durch offizielle Trampelpfade, Wege und Stufen miteinander zu verbinden. Ein neues Projekt war geboren, und so hat jede Schrecksekunde auch immer irgendwie was Gutes an sich :o)

1. Hang ausmessen

Erst müsst ihr euch einmal die Frage stellen, welchen Niveauunterschied ihr überwinden möchtet und welche Tiefe die Stufen haben dürfen. Das Ausmessen fällt leichter wenn ihr eine Schnur spannt und ein Helferlein anheuert, das entweder Schnur oder Maßband (oder euch) festhält :o) Außerdem ist es immer sinnvoll sich beim Ausmessen die Bestätigung der zweiten im Haushalt lebenden Person einzuholen, und sei’s nur um am Ende nicht schuld zu sein wenn das Projekt zu schief, zu hoch oder sonst irgendwie fatal endet :o))

So, nach diesen tollen Beziehungstipps kann’s weiter gehen: wenn ihr in Gartenbüchern schmökert werdet ihr lesen können, dass eine Stufe idealerweise eine Tritthöhe von 10-18 cm hat und idealerweise mindestens 30 cm tief ist.

Wenn man allerdings ein Gelände nicht künstlich anlegt, sondern die Stufen dazu dienen sollen einen vorhandenen und gegebenen Hang zu überwinden, dann ist hier einfach der Hausverstand gefragt. Wie hoch wollt und könnt ihr treten ohne es als Turnübung deklarieren zu müssen? Und wie tief muss die Stufe sein damit eure Schuhlänge in etwa Platz hat und ihr zum Erklimmen der Stufen nicht erst recht wieder ein Klettersteigset benötigt? Na also! Hier darf man ruhig etwas kreativ sein.

Dividiert die zu überwindende Höhe durch die Breite eurer Bretter um zu sehen wie viele Stufen ihr braucht, und gleicht die gewonnene Information mit der gewünschten Tritttiefe der Stufen ab. Und, geht sich alles aus?

Wir haben z.B. beschlossen, die Stufen einfach etwas weiter heraus zu bauen um etwas Tiefe zu gewinnen. So ragen 2 Stufen in die Ebene hinein. Wenn erst mal alles rundherum fertig gestaltet ist, sieht das bestimmt nett aus.

Als Trittbreite habe ich 50 cm gewählt; das bleibt natürlich auch ganz euch überlassen.

2. Holzrahmen vorbereiten

Als Grundlage für die Stufen bereitet ihr nun Holzrahmen vor, die auf einer Seite offen bleiben. Dazu schneidet ihr euch Bretter in der gewünschten Trittbreite (in meinem Fall 50 cm) zu, und schraubt an jedem Ende ein weiteres Brett mit 30-40 cm Länge an. Löcher vorbohren nicht vergessen, sodass das Holz nicht splittert!

3. Fundament/Drainage vorbereiten

Damit eure erste Stufe gut gebettet ist und auch langfristig gerade ausgerichtet bleibt, hebt ihr zumindest 10 cm Erde aus und füllt den Untergrund mit Kies. Verdichtet ihn etwas, sodass er nicht im Nachhinein nachgibt und eure Stufenkonstruktion verrutscht!

4. Erste Stufen platzieren und fixieren

Platziert die erste Stufe, seht mithilfe der Wasserwaage ob ihr gerade an seid und korrigiert gegebenenfalls noch etwas nach. Dan messt ihr die Tritttiefe ab und markiert auf der unteren Stufe wo die zweite Stufe ansetzen soll. Diese könnt ihr nun oben drauf setzen und mit einem Verbindungselement auf beiden Seiten fixieren.

Mit jeder Stufe die ihr weiter drauf setzt müsst ihr rechts und links etwas weiter in den Hang graben. Ich verwende dazu einen – ja verdammt, wie ist denn nun das offizielle deutsche Wort? An Kraump’n, also einen Krampen? ich geh mal googeln, Moment …

Eine Spitzhacke! Also, man verwende hierzu eine Spitzhacke und freue sich über den schnellen Grabe-Erfolg.


5. Befüllen mit Material

Das Material, das ihr eben erst gewonnen habt um die Stufen im Hang zu positionieren, könnt ihr sogleich wieder in die Stufen einfüllen und verdichten. Obenauf lasst ihr ein paar Zentimeter Luft – hier kommt anschließend eine Schicht Kies drauf.
Feeertiiiig!
Zugegeben, rundherum sieht’s noch wild aus – das wird wohl auch über den Winter so bleiben, dann geht’s weiter mit der Hanggestaltung. Die nächste Fuhre Klinkerziegel wartet schon auf ihren Auftritt!
Viel Freude beim künftigen gefahrlosen Erklimmen eures Gartenhangs. Ich könnte stundenlang auf und ab laufen vor lauter Freude! ;o)

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