Andalusische Fliesen-Wand selbst gestalten

Kennst du das:

Eigentlich hättest du dir’s grad echt verdient, dich entspannt im Liegestuhl zurückzulehnen und die Wunderwerke zu genießen die du die letzten Tage und Wochen in deinem Garten oder auf der Terrasse vollbracht hast. Und doch wandert dein Blick immer wieder auf diese eine verfluchte Ecke, deren Hässlichkeit dich einfach nicht ruhig sitzen lässt?

Ich habe diese Ecke in einem ersten Schritt mal liebevoll mein ‚Ghetto‘ getauft, und nach vielen vielen Stunden auf Pinterest wuchs in mir langsam die Idee, wie mein Ghetto bald aussehen könnte. Mein Feuer war entfacht! Und jetzt mal ganz ehrlich: beim Werkeln im Garten vergesse ich alles rund um mich und ein neues Gartenprojekt steht einem Schläfchen im Liegestuhl um nichts nach!

Nun geht aber nicht alles auf einmal, und so werde ich euch immer berichten, wenn ich wieder eine kleine Bauphase vollbracht habe. So holt ihr euch Andalusien in den Garten:

Bauphase #1: die Alhambra-Wand

Die Ausgangslage: eine Sichtbeton-Wand, etwa einen Meter hoch und 2,5 Meter breit.

Nun werdet ihr euch fragen, was ich gegen so eine moderne Optik habe: nun, eigentlich gar nichts, wenn das Gesamtkonzept stimmt! Wenn nun aber die Hälfte der Wände und des Stiegenhauses weiß gepinselt ist und mich plötzlich der Beton anlacht, wenn ich einmal um die Ecke gehe, dem noch dazu die Witterung während der letzten 2 Jahre ordentlich zugesetzt hat, sodass er von grünen Schlieren überzogen ist – dann wird mein Heimwerker-Hirn aktiv!

So, los geht’s! Und das braucht ihr:

  • Fassadenweiß (Baumarkt)
  • Farbroller (Baumarkt)
  • Malerpinsel (Baumarkt)
  • Folie und Klebeband zum Abkleben (Baumarkt)
  • Schablone (z.B. von www.royaldesignstudio.com)
  • Rundpinsel (Künstlerbedarf)
  • Acrylfarbe(n) nach Wahl (Künstlerbedarf)
  • Küchenrolle
  • Acryllack (Künstlerbedarf)
  • Lackroller (Baumarkt)
Zu allererst habe ich die Stellen abgeklebt, die von meinem Tun unberührt bleiben sollen. Dafür habe ich einfach eine Plastikfolie und ein Malerkrepp verwendet. Dann ging’s los: für den ersten Anstrich mit Fassadenweiß könnt ihr die Farbe etwas 5-10 % mit Wasser verdünnen (steht üblicherweise auch in der Beschreibung am Farbkübel). Dann das Ganze trocknen lassen und noch eine Runde drüber streichen. Der Grundstein ist gelegt!

Die scheinbaren Pünktchen die ihr auf dem Bild seht, sind Unregelmäßigkeiten in der Betonfläche. Ich habe sie einfach so gut es geht mit ausgemalt bzw. manche absichtlich so gelassen weil ich ohnehin ein absoluter Vintage-Fan bin und das die Wirkung letzten Endes noch verbessern sollte.

Nun kommen wir zum Herzstück unseres Unterfangens: eine wunderschöne Schablone von Royal Design Studio Stencils (www.royaldesignstudio.com). Ich garantiere euch: hier ist für jeden von euch etwas dabei! Vergesst aber eines nicht: es handelt sich um ein US-Unternehmen, d.h. der Versand ist mit rund 30 € relativ teuer und dazu kommen auch noch Zollgebühren die zu entrichten sind, wenn ihr das Paket geliefert bekommt. Für meine 60 € Schablone habe ich also  am Ende des Tages knapp über 100 € hingeblättert – aber ich habe es keine Sekunde lang bereut!

Nachdem ich mich für das typische Dunkelblau (Acrylfarbe) der spanischen und portugiesischen Fliesen entschieden hatte, habe ich meine Schablone ordentlich mit Malerkrepp an der Wand befestigt – und hatte unglaubliche Angst mit dem dunkelblauen Pinsel die Wand zu berühren!

WICHTIG: Legt euch Küchenrolle bereit, auf welcher ihr die Farbe die ihr mit dem Pinsel aufgenommen habt nochmal abtupfen könnt (bei mir hat sich eine kreisende Bewegung auf dem Küchenpapier bewährt, Sehnenscheidenentzündung olé! … In die Farbe die dort verblieben ist, habe ich den Pinsel dann später einfach wieder ein paar mal eingetaucht. So wird nichts verschwendet). Macht ihr das nicht, ist zu viel Farbe am Pinsel, der euch unter die Ränder der Schablone läuft und das Muster zerstört. Passiert das in kleinem Maß – keine Panik! Ihr werdet bemerken, dass man kleine Mal-Fehler von Weitem betrachtet nicht mehr erkennen kann! Also seid nicht so streng mit euch!


Als ich das erste Kästchen fertig hatte habe ich die Schablone versetzt und daneben weiter gemacht.

REINIGUNG:

die Hersteller der Schablonen empfehlen eine sofortige Reinigung der Schablone nach Gebrauch. Ich hab’s versucht. Ehrlich! Liebevoll habe ich meine Badewanne mit Spülmittel und ein bisschen Wasser gefüllt und versucht das Blau wieder runter zu schrubben. Aber die Acrylfarbe trocknet irrsinnig schnell und beim Versuch der Reinigung habe ich mir eher die feinen Elemente und Ecken der Schablone verbogen sodass dann die Gefahr bestand, dass mir beim Weitermalen Farbe darunter verläuft. Also hab ich auf das Reinigen gepfiffen, und auch eine blaue Vorlage ist eine gute Vorlage und es hat meinem Projekt nicht geschadet! :o)

So sah die Wand schließlich aus als ich mit ihr fertig war *freu* Leider existiert nur dieses etwas unscharfe Handy-Foto, aber ich verspreche euch, es gibt mehr zu sehen in Bauphase #2!

Plötzlich änderte sich der Wetterbericht und für den nächsten Abend war ein Gewitter angesagt. So habe ich bis spät Abends die Wand noch mit Acryllack versiegelt (ich glaube, manchmal mache ich meinen Nachbarn etwas Angst, wenn ich wieder Nachts, mit ner Taschenlampe bewaffnet irgendwas im Garten herum buddle weil ich die Zeit übersehen habe, aber sie nehmen es gelassen). Ich habe mich für einen glänzenden Lack entschieden, damit es noch viel mehr nach Fliesen-Optik aussieht. Für das Auftragen des Lacks habe ich einen Lackroller verwendet, den man günstig im Baumarkt kaufen kann. Verwendet nicht den Farbroller, den ihr zum Auftragen des Fassadenweiß verwendet habt! Damit könnt ihr den Lack nicht so gleichmäßig auftragen wie mit dem glatten Lackroller.

Fertig!

Übrigens, am nächsten Abend hat es tatsächlich ein Gewitter mit Starkregen gegeben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich gezittert habe vor Angst, dass ich einen Denkfehler hatte und mir mein schönes Urlaubsflair im Garten davonschwimmt. Aber es hat gehalten, und das tut es immer noch.Viel Freude beim Nachmachen und bis zum nächsten Mal!

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