Meine Pflanzenauswahl und Tipps für den Schattengarten

Die Gründe warum so manches Teilstück unseres Gartens im Schatten verweilt sind vielfältig: ein großer Obstbaum, ein Nachbarhaus, zu groß gewordene Sträucher: „Hier wird nie etwas wachsen“ höre ich viele Gartenbesitzer klagen. Doch so eine schattige Ecke ist kein Grund zu verzweifeln! Es gibt wunderschöne Pflanzen, die sich genau hier wohlfühlen. Und wenn ihr genau hinseht, dann erkennt ihr in eurem schattigen Eck vielleicht auch noch das Potenzial für einen neuen Sitzplatz für heiße Sommertage!

Was gilt es allgemein im Schattengarten zu beachten?

Vollschatten oder Halbschatten?

Als Halbschatten bezeichnet man Bereiche in welchen doch immerhin länger als etwa 3 Stunden am Tag die Sonne scheint (z.B. Morgensonne und/oder Abendsonne). Ein bisschen Mehr an Sonne vertragen grundsätzlich die meisten Pflanzen aber jene, die einen vollsonnigen Standort benötigen, werden es im Halb- oder Vollschatten nicht schaffen. Mein Schattengarten ist im Hochsommer im Halbschatten, aber später im Herbst – wenn die Sonne wieder tiefer steht und nach einer halben Stunde Morgensonne hinter dem Haus verschwindet – im Vollschatten. Für die meisten Stauden ist der Vollschatten im Winter kein Problem weil sie ohnehin einziehen.

Muss ich viel oder wenig gießen?

Eine allgemeine Aussage kann man hier nicht treffen, weil es auf die Ursache ankommt, warum euer Garten im Schatten liegt. Liegt er beispielsweise einfach an der Nordseite und bekommt durch ein davor stehendes Haus weniger Sonne ab, wird auch der Boden nach Regen nicht so leicht austrocknen. Er muss daher weniger oft gegossen werden. Liegt euer Schattengarten direkt unter einer mächtigen Baumkrone, so wird durch diese Baumkrone auch nicht so viel Regen auf eure Pflänzchen treffen. Wenn wir unterwegs sind und es plötzlich zu regnen anfängt, stellen wir uns doch auch instinktmäßig unter einen großen Baum weil wir dort vor Regen geschützt sind. Hier müsst ihr also öfter zu Gartenschlauch und Gießkanne greifen.

Eine Mulchschicht (z.B. Rindenmulch) wird euch dabei helfen die Feuchtigkeit im Boden zu halten und zu verhindern, dass das Wasser schnell verdunstet.

Gedränge im Wurzelbereich

Liegt euer Schattengarten unter einem großen Baum, kommt nicht nur weniger Wasser durch die Baumkrone hin zu euren Pflanzen sondern es wird auch im Wurzelbereich Gedränge vorherrschen. Vor allem wenn ihr einen Flachwurzler, wie z.B. eine Birke im Garten stehen habt, könnte die Bepflanzung eine Herausforderung werden. Hier würde ich versuchen, durch gestalterische Maßnahmen die Pflanzungen nicht im aller dichtesten Wurzelgewirr vorzunehmen. Beispielsweise würde mir eine runde Bank um den dicken Baumstamm gut gefallen, rund herum eine kleine Kies- oder Pflasterfläche und angrenzend das erste Beet, das man vom Bankerl aus betrachten kann. OOoooch, wären meine Obstbäumchen doch bloß schon größer ;o) Man könnte aber auch mit Hochbeeten arbeiten, sodass die Pflanzen definitiv genug Platz haben, sich zu entwickeln.

Moos im Garten – gut oder schlecht?

Wir sind irgendwie darauf konditioniert worden, Moos im Garten schlecht zu finden und zu bekämpfen. Schon klar, im Rasen wollen wir es natürlich nicht haben weil es langfristig die Graspflänzchen ersticken würde. Aber ich finde, in einem schattigen Gartenteilstück verleiht Moos dem Ganzen einen waldartigen Charakter. Zudem werdet ihr bemerken, dass es unter dem Moospolster immer schön feucht ist. Es wirkt also wie eine natürliche Mulchschicht. Im Frühling könnt ihr ein bisschen Moos ausreißen und als Dekoration für eure Frühlingsblüher in Töpfen verwenden, so wie ich es hier  gemacht habe. Ihr merkt also: ich freue mich nicht nur, wenn meine Gartenmauern eine schöne Patina haben, sondern habe auch nichts gegen ein bisschen Wald-Feeling. Am Ende bleibt es aber Geschmackssache.

Schattenrasen

Es gibt spezielle Rasensorten die für den Einsatz im Schatten gedacht sind. Passt euer Gieß-Verhalten wie schon vorhin kurz erwähnt an den Standort an! Grundsätzlich wird euer Schattenrasen auch an heißen Tagen nicht so leiden weil ja die Sonne nicht direkt drauf brennt. Aber gleichzeitig kann eben durch große Baumkronen auch der Regen nicht in so großen Mengen durch. Im Frühjahr könnt ihr eurem Schattenrasen eine Portion Kalk verpassen, damit das Moos nicht so stark wächst. Schneiden solltet ihr ihn nicht zu tief, und wenn ich wirklich mal den Vertikutierer auspackt, dann wartet bitte unbedingt die ersten Mahten im Frühjahr ab, sodass die Graspflanzen Zeit haben sich vom Winter zu erholen. Sonst reißt ihr beim Vertikutieren zu viele Graspflanzen mit aus.

Ihr seht also, so ein Pflanzenleben auf der dunklen Seite ist kein Ponyhof, aber dennoch solltet ihr nicht denken, automatisch nur auf eintönige Bodendecker angewiesen zu sein.

Ich habe mich lange intensiv mit der Frage beschäftigt wie ich dieses Teilstück im Garten gestalten könnte und möchte euch meine Sammlung an Pflanzen zeigen, die ich für den Schattengarten gefunden habe.

Den Gartenvampiren auf der Spur: Gestaltung eines Schattengartens

Mein Pflanzeneinkauf für den Schattengarten

Nachdem  ich mir über Monate hinweg Listen geschrieben hatte welche Pflanzen für den Schattengarten infrage kommen würden, habe ich mich auch wie immer soweit flexibel gezeigt, dass ich kein fixes Bild davon im Kopf hatte welche Pflanzen ich genau haben wollte. Wie schon des Öfteren gepredigt, sollte man sich auch einfach einmal davon überraschen lassen, was es an besagtem Tag im Gartencenter zu kaufen gibt. Für folgende Pflanzauswahl habe ich mich entschieden:

Tabelle Pflanzenauswahl SchattengartenWichtig ist wie immer die Abstufung in verschiedene Höhen und Farben. Auch solltet ihr euch fragen wie euer Beet zu bestimmten Jahreszeiten aussehen wird. Auf die Blüte-Zeitpunkte kommt es also auch an. Und wenn ihr Hortensien oder Rhododendren für euren Schattenbereich auswählt, dann dürft ihr natürlich auch die besonderen Bodenansprüche und damit den Sack Moorbeeterde nicht vergessen.

Grundsätzlich sind all diese Gartenvampire mit einem leicht sauren Boden glücklich. Wenn ihr also  eure Akelei neben den Rhodo setzt, für den ihr großzügig saure Moorbeeterde eingearbeitet habt, so wird sie ebenso nicht beleidigt sein. Ich bin mit einem Lehmboden gesegnet, der zwar bei langer Trockenheit hart wie Beton ist und nach Regen die Verlockung groß werden lässt  die Töpferscheibe auszupacken, der aber auch leicht sauer ist und damit meine neuen Freunde auf der dunklen Seite erfreuen wird.

Und so sah der Schattengarten nach dem Pflanzen aus:

Schattengarten mit Rhododendron, Funkien und Farnen

Schattengarten mit Akeleien, Hortensien und Anemonen

Schattengarten in Arbeit

 

Weitere Pflanzen für den Schattengarten (auch Gemüsepflanzen und Kräuter sind dabei!):

  • Astilben
  • Bleiwurz
  • Borretsch
  • Brombeeren
  • Christrosen
  • Clematis alpina, Clematis viticella, Clematis montagna bzw. ausgewählte Hybridsorten (z.B. meine Hagley Hybrid)
  • Bergenien
  • Eisenhut (blau oder weiß)
  • Elfenblume
  • Estragon
  • Farne
  • Fingerhut
  • Frauenmantel
  • Fuchsien
  • Funkien
  • Glockenblume
  • Krötenlilie
  • Leberblümchen
  • Lerchensporn (blau oder gelb)
  • Liebstöckel
  • Lungenkraut
  • Maiglöckchen
  • Prachtspiere
  • Primelsorten (Etagen-Primel, Kandelaber-Primel, Orchideenprimel)
  • Rhabarber
  • Rucola
  • Salomonssiegel
  • Silberkerze
  • Stachelbeeren
  • Sterndolde
  • Storchschnabel
  • Vergissmeinnicht
  • Vogerlsalat
  • Waldaster
  • Walderdbeeren
  • Waldgeißbart
  • Waldmeister

Welche Pflanzen gedeihen bei euch im schattigen Garten? Wenn ihr noch weitere Gartenvampire empfehlen könnt, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich werde den Beitrag gerne mit euren Ideen ergänzen.

Lebt euren Hang zum Grünen!

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